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Romantik 2.0 – Ins Herz getippt

Dem Internet ist eine eigene Romantik entsprungen. Das Licht des Monitors ist der Kerzenschein einer Generation, die es gewöhnt ist Liebesbriefe in 140 Zeichen zu packen. Von außen kaum verstanden und als kühle Form der zwischenmenschlichen Beziehung empfunden, brennen regelmäßig die Leitungen durch.

Bei den Begriffen „Liebe“ und „Internet“ denken viele gleich an Singlebörsen, Partnersuche und einschlägige TV-Spots, doch darum geht es hier gar nicht wirklich.


Es gibt da diese Gefühle, die wie kleine Nadeln pieksen und keine pure Realität brauchen, um ihr eigenes Märchen auf der Laptoptastatur zu schreiben. Sie entstehen, wenn viele bunte Menschen sich online treffen, um in Gesellschaft irgendwie irgendwer zu sein. Ihre Eintrittskarten sind Profile, auf denen sie nur das was sie wollen Preis geben. Jeder malt sich sein Gesicht in Photoshop selber.

 

Es gibt Einhörner, frostige Nachnamen, auferstandene Musiker und elven. Jeder tritt als sein eigener Superheld auf und trifft auf andere Fabelwesen. Man präsentiert sich gegenseitig auf so hübsche Weise, bis man nicht mehr kann. Internet-Romantik ist, wenn man stundenlang auf seinen Skypenamen starrt, weil man weiß, dass er online ist und endlich angeschrieben werden will. Statt flüchtiger Berührungen, gibt es Likes, Retweets und Kommentare.

Jahrestagsgeschenke sind nicht etwa kitschige Plüschtiere, sondern ein bisschen Platz auf dem Server vom Liebsten. Wir sind miteinander verbunden: bei Facebook, Twitter, MSN, Instagram, WhatsApp und im Herzen.

Diese digitale Poesie ist alles andere als unromantisch. Wer etwas anderes sagt, hat sie noch nicht erlebt.

Ihr könnt YummyGeeks auch auf Facebook und Twitter verfolgen. Los!

 
1 Kommentar
Eltern mit Smartphone: Freud und Leid | YummyGeeks.de schreibt
[…] damit umzugehen. Dank Wunderwerk Technik werden nämlich die Karten für Verbindlichkeiten und Zuneigung neu gemischt und ihre Bedeutung neu […]
 
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Anja in Hört auf Konzerte zu filmen! Ein Appell.
...und man selber bekommt das Konzert eher durch die Smartphones der anderen mit, als dass man die Bühne sieht. Macht echt keinen Spaß. Aber soll ja auch Konzerte geben, bei den Aufzeichnungen verboten sind:-) Wenn die Veranstalter oder die Bands die PR wollen, könnten Sie sich ja was einfallen lassen, [...]
Leo in Hört auf Konzerte zu filmen! Ein Appell.
Hey danke für den text sitze gerade an meiner deutschhausaufgabe und dreimal dürft ihr raten worüber. Ja genau eine erörterung zu genau diesem text.
Ich weiß ist etwas unnormal das man die quelle googlet aber es hat mich interessiert ob es den text und diese seite wirklich giebt. Und was soll ich [...]
Thorsten Belzer in Hört auf Konzerte zu filmen! Ein Appell.
Das ist echt ne anstrengende Sache, als Zuschauer immer die Smartphones vorm Gesicht zu haben, Ich wollte genau das, was mich eigentlich nervt an Konzerten, für die Arbeit an diesem Film nutzen! Nämlich alle Konzertmitschnitte einsammeln und daraus ein Musik Video machen. Heraus kam das CrowdMusicVideo!
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