Yummygeeks
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Wie die SMS ihren Charme verlor

Einhundertsechzig Zeichen voller Poesie und Geheimsprache. Seit ich 13 bin schreibe ich SMS, sammle sie, schreibe sie ab, verliere sie und fühle mich ihr verbunden. Ein kleines Stück aufregende Freiheit, wann immer man wollte und die Prepaidkarte aufgeladen war, doch was wird aus der SMS?

SMS Zukunft © flickr/sean dreilingerHat die SMS noch eine Zukunft?

Handytarife und Smartphones verändern uns Stück für Stück und nur wenige wollen es sich eingestehen. Durch 1000 FreiSMS und kostenlose Facebook Push-Nachrichten und Mails, haben wir keinen Grund mehr möglichst viele Informationen in eine begrenzte SMS zu packen.

Zerrissen sich noch vor ein paar Jahren Kultur- und Sprachforscher die letzten Hemden, um endlich diese ganze eigene Jugendsprache und ihre Smileys zu verstehen, können wir jetzt ganze Romane verfassen und Beziehungen aus der Ferne beenden. Auch wenn Smileys uns immer noch aus einigen Situationen retten und sicherlich schon Kriege verhindert haben, können wir jetzt links sharen, Bilder schicken, kommentieren, liken und wandern eigentlich 24h/Tag in unserem sozialen Netzwerk herum, aber auch wieder nicht richtig und so schreiben wir keine SMS mehr oder lieblose.

Ich vermisse die Zeit, in der ich eine SMS 5 Mal lesen musste, um zu entschlüsseln was der oder die andere eigentlich wollte. Wir schicken uns dadurch viel mehr Nachrichten, aber auch viel sinnlosere. Manche sind nicht mal ein ganzes Wort lang. Absurder Weise ist eine SMS für mich noch verbindlicher als eine Ping-Nachricht oder Facebookzeile, dabei kommt sie bei einigen genau auf die gleiche Art und Weise aufs Telefon. Hat sich das bei euch schon relativiert und ihr erwartet auf alles immer sofort eine Antwort zu bekommen?

Pocht euer Herz noch bevor ihr eine Nachricht öffnet oder schreibt ihr gar keine SMS mehr? Ich möchte wieder SMS bekommen, die nur so vor Liebelei und Kreativität platzen.

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4 Kommentare
Chaosmacherin schreibt
Ich freu mich genau so wenn mich wer im Internet anschreibt. :D SMS bekomme ich jetzt fast nur noch von meiner Mama oder meiner Schwester und oft ist es auch einfach nur Werbung von Base. Wir sind eine komische Generation, wenn SMS für uns schon irgendwie Retro sind. ^_^
yummygeeks schreibt
@Chaosmacherin: Ja siehst du, schon wieder einen Step weiter gehüpft. Aber meinst du wirklich du freust dich bei Online Messages genauso, wie du dich früher über eine SMS gefreut hast? Irgendwie finde ich das immer so inflationär langsam. Bestes Bsp: Geburtstag.
Celina schreibt
SMS ist bis heute mein hauptsächliches Kommunikationsmittel. Dadurch, dass ich eh in kaum einem Social Network angemeldet bin, ja, ich habe die Seite Facebook noch nie im Leben auch nur betreten, werde ich meine Nachrichten so los. Denn wenn ich jemanden etwas sagen will, und sei es nur, ob jemand dann und dann Zeit hat, weiß ich wenigstens, die Person wird heute noch auf ihr Handy gucken. Ob jedoch auf Facebook oder sonst was geguckt wird, weiß ich nicht. Andererseits weiß ich jetzt auch nicht, wie Facebook so genutzt wird. Scheinbar sind die Leute teilweise 24 Stunden am Tag da online, also würde das im Grunde auch keinen Unterschied machen^^
Nun ja, SMS wird wahrscheinlich noch lange mein Kommunikationsmittel Nr. 1 bleiben, auch wenn Facebook natürlich umsonst wäre.
Florian schreibt
Ich versteh gut was du meinst.
Eine SMS war "damals" (vor der Flut der Frei-SMS und natürlich vor WhatsApp) so ein bisschen wie ein Brief; es hat Geld gekostet, sie zu verschicken, darum hat man Platz gespart, aber andererseits hat man sich auf eine (irgendwie schräge) Art und Weise auch wertgeschätzt gefühlt, wenn man eine bekommen hat. Hach. Die gute alte Zeit. :D
 
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